Ukraine Krieg 
Private Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine über Flüchtlings-Initiativen

Im Augenblick gibt es im Kreis Unna und in der Stadt Unna einige Initiativen, die sich um Geflüchtete aus der Ukraine bemühen und diese von der EU-Außengrenze in die Kommune holen. Wenn Sie Wohnraum zur Verfügung stellen wollen, bzw. geflüchtete aufnehmen möchten, erfahren Sie unter dem. u.a. Kontakt der Ehrenamtsagentur mehr.

Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, geflüchtete Menschen aus der Ukraine (vorerst) aufnehmen wollen, dann prüfen Sie aber zunächst bitte folgende Aspekte:

  • Beachten Sie bitte sie gesetzlichen Grundlagen und aktuellen Aufnahmeregelungen der Bundesregierung, des Landes NRW und der jeweiligen Kommune.

  • Begegnen Sie den Geflüchteten mit Respekt und Freundlichkeit unabhängig vom Alter, der sexuellen Identität, von politischen oder religiösen Ansichten. Ihre Hilfsbereitschaft ist wichtig! Machen Sie aber aus der Aufnahme von Geflüchteten kein „soziales Projekt“ einer eher Rundumversorgung und distanzlosen Dauerbegleitung.

  • Seien Sie fair gegenüber allen Geflüchteten aus der Ukraine! Auf der Flucht sind ukrainische Staatsbürger*innen, aber auch Tausende von Menschen aus vielen Ländern der Welt, die in der Ukraine gelebt, gearbeitet und/oder studiert haben. Bitte stellen Sie keine Bedingungen für eine Aufnahme von Geflüchteten, wie z.B. wir nehmen „nur echte Ukrainer*innen“ oder „nur Frauen mit Kindern“. Eine Aufnahme von Minderjährigen ohne begleitende Erziehungsberechtigte ist zum Schutz des Kindes (Kindeswohl) nicht erlaubt.

  • Sind der angebotene Wohnraum und das Mobiliar wirklich angemessen und groß genug? Stehen getrennte sanitäre Anlagen zur Verfügung? Ist der Wohnraum auch für ältere Menschen und Kinder geeignet? Stehen Telefon-/Internetverbindungen zur Verfügung? Gibt es Möglichkeiten, dass Geflüchtete für sich selbst kochen können?

  • Viele Geflüchtete sind (stark) traumatisiert! Sie treffen also auf Menschen, die sich wahrscheinlich anders verhalten, als Sie es sich vorstellen: Viele können ängstlich, zornig, vielleicht aggressiv oder auch teilnahmslos sein. Akzeptieren Sie das bitte! Sprechen Sie mit ihnen über die aktuellen Kriegs-/Fluchterfahrungen nur dann, wenn die Geflüchteten es wünschen. Das gleiche gilt auch für politische Gespräche. Lassen Sie den Geflüchteten die individuellen Freiräume. Die meisten Menschen aus der Ukraine sind im Augenblick vor allem daran interessiert, zur Ruhe zu kommen und mit ihren Angehörigen und Freunden in der Ukraine und im Ausland Kontakt zu halten. Prüfen Sie sich also, trotz aller Hilfsbereitschaft, ob Sie wirklich psychisch und gesundheitlich belastbar genug sind sowie die notwenige Zeit für die Geflüchteten haben.

  • Können Sie mit den Geflüchteten in einer gemeinsamen Sprache kommunizieren? Sprechen Sie Ukrainisch oder Russisch (ggf. Polnisch oder gutes Englisch)? Eine gemeinsame Sprachebene ist wichtig! Helfen Sie den Geflüchteten im „Alltag“, aber machen Sie bitte mit ihnen keinen Intensiv-Deutsch-Sprachkurs!

  • Helfen Sie den Geflüchteten, sich zu orientieren: zeigen Sie ihnen den Wohnort, die Einkaufsmöglichkeiten, die soziale und medizinische Versorgung, die Busverbindungen usf. Stellen Sie die notwendigen Kontakte zu Behörden und Beratungsstellen sowie zu Landsleuten her. Auch wenn es nett gemeint ist: An Ausflügen und Stadtrundgängen sind Geflüchtete weniger interessiert. Auch das Mitnehmen zu Familienfeiern oder Vorstellungen im Freundeskreis sind im Augenblick keine guten Ideen.

Bitte wenden Sie sich bei weiteren Fragen zur Aufnahme von Geflüchteten, für Kontakte zu Initiativen oder auch bei Fragen was, wie und an wen Sie am besten spenden können an die Ehrenamtsagentur:

Sofia Schnettler

Mitarbeiterin zur Koordination und Weiterentwicklung des Netzwerks Bürgerengagement in Unna

 

Telefon: 02303/103-732

E-Mail: sofia.schnettler@stadt-unna.de

Zentrum für Information und Bildung
Lindenplatz 1
Postfach 2113
59423 Unna

Bei rechtlichen Fragen, die das Aufenthaltsrecht der Geflüchteten betreffen:

 

 

Stand: 4. März 2022

Hintergrundbild:

@Kreisstadt Unna